COHORTES VIGILES MILIARIA PRAETORIANI

Römische Feuerwehreinheit um 50 n.Chr.

Die erste staatliche Feuerwehr

Am 19. Juli 2009 war es soweit! Der erste öffentliche Auftritt der

COHORTES VIGILES MILIARIA PRAETORIANI

Die ältesten Feuerwehr der Welt. Von Rom nach Mannheim, mit historischen Nachbauten, Ausrüstung und Kleidung.

Wo?   Tag der offenen Tür bei der Berufsfeuerwehr Mannheim in der Feuerwache Süd,  Relaisstr. 215.

Ubi dolor ibi vigiles

COHORTES VIGILES MILIARIA PRAETORIANI

Storico Gruppo

Die römische Feuerwehr ist an Römerfesten eine eher seltene Erscheinung. Umso mehr lohnt es sich diese Lüke zu schließen. Preise und Leistung hier.

Kaiser Augustus gründete die erste römische Staatsfeuerwehr

Die Vigiles der Stadt Rom waren für das Löschen von Bränden, den vorbeugenden Brandschutz, die Kontrolle der Einhaltung der  Brandschutzbestimmungen, die Aufklärung und Verfolgung von  Brandstiftungen und damit in unmittelbarem Zusammenhang stehender Straftaten sowie die Ergreifung flüchtiger Sklaven verantwortlich. Eine Vexillatio der Cohortes Vigiles war in Ostia stationiert und unterstand dem Befehl des Praefectus Vigilum von Rom. Diese Vexillatio war für die  Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit in Ostia, für die  Brandbekämpfung, für den Schutz der dortigen Hafenanlagen und  Getreidelager sowie für die Aufklärung von Straftaten in Ostia verantwortlich.

Kolbenpumpen sind eine römische Erfindung. Sich lassen sich bis etwa 250v.Chr. nachweisen. Die klassischen Autoren wie Vitruv oder Heron von Alexandria geben in ihren Schriften Beschreibungen von Kolbenpumpen.

Die Sicherheit auf den Straßen Roms konnte, vor allem nachts,  kaum gewährleistet werden. Die römischen Autoren Juvenal und Tacitus schrieben über den Bandenterror Jugendlicher und organisiertem Verbrechen. Brände wüteten täglich in der großen Stadt. Erst unter Augustus sollte sich die Situation etwas entspannen.

Die Zahl der Brände wird auf etwa 100 tägl. geschätzt, darunter bis zu zwei täglichen Großbränden. Besonders gefährdet waren die innerstädtischen Gebiete um das Forum Romanum, das Marsfeld und der Palatin.

Die Wohnviertel bestanden aus bis zu sechsstöckigen Häusern, den insulae,  deren Decken und Wände aus Holz bestanden. Mit der steten Zunahme der Bevölkerung wuchsen die Häuser bis zu sieben Stockwerken in die Höhe.
Zahllose Spekulanten sorgten durch mangelhafte Bauweise dafür, dass es immer wieder zu Bränden und Einstürzen kam.
Die Kaiser Augustus und Trajan erließen schließlich Bauvorschriften, die die Höhe der Gebäude begrenzte.

Kaiser Augustus veranlasste auch die Bildung einer Truppe von Wächtern (vigiles), die als Feuerwehr und Polizei eingesetzt wurde.

Die vigiles erließen und überwachten die Brandschutzbestimmungen. So mussten in den Häusern Löschmaterial wie Sand, Wassereimer und  Feuerklatschen vorhanden sein.

Wilfried Greiner:
Rom : Ruinen erzählen ; alltägliches Leben im alten Rom
Wien: Bählau 1998

Methoden der Brandbekämpfung

Bei der aktiven Brandbekämpfung benutzten die vigiles Ausrüstung, die auch heute noch verwendet wird, wie etwa Spritzen,  Eimer, Leitern, Stangen, Decken, Körbe, Schwämme, Besen, Lappendecken (mit Wasser getränkt zum Schutz der Nachbarhäuser), Einreißhaken. Die vigiles selber hatten verschiedene Aufgabengebiete. Es gab Wasserträger, Spritzenleute, andere kümmerten  sich um den Einsatz der Löschgeräte oder um die Beleuchtung des  Einsatzortes.

Im Falle eines Brandes bildeten die Wächter zusammen mit den Anwohnern Eimerketten, die an den in Rom überall angelegten Brunnen ihren Anfang nahmen. Geriet der Brand außer Kontrolle, wurden umstehende Bauten evakuiert und schnellstmöglich abgerissen, um einen  Flächenbrand zu verhindern.

Feuerwehren außerhalb Roms

Eine vom Staat aufgestellte Feuerwehr gab es neben Rom in Konstantinopel (nachdem dieses zur zweiten Hauptstadt geworden war). Alle anderen  Gemeinden hatten eine eigene Feuerwehr eine Pflicht oder Freiwillige Feuerwehr auf die Beine zu stellen.

Oft übernahmen in diesen Gemeinden die lokalen Handwerkerzünfte die  Brandbekämpfung. Zusätzlich organisierten die Stadtoberen hin und wieder Zeitfeuerwehren, zum Beispiel bei Dürren. Meistens aber waren die Hausbewohner gezwungen, zusammen mit Nachbarn die Brände zu bekämpfen

In Ostia bei Rom. Die “Castra Vigiles”

Graffito aus dem Wachraum der 7. Feuerwehr-Kohorte (vigiles) in Trans Tiberim, dem heutigen Trastevere. Ein Marcus Antonius teilt mit, dass er für die Beleuchtung (sebaciaria = Talglichter) im Wachraum gesorgt hat.